Tierschutz
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Hühner sind ja an sich nette Tiere - und so intelligent! Aber, wie wir feststellen mußten, sind sie auch sehr gefräßig. Unsere heißgeliebten Grashüpferkolonien wurden einfach - gefressen. Boah, gemein, aber naja, die Alternative, nämlich die ollen Hennen einzukerkern, gefiel uns nicht. Seufz. Sie laufen so gern über den Rasen...

 

Als Meerschweinbeauftragte im Hürsland bitte ich ganz dringend: Bevor ihr euch EIN Meerschwein anschafft,

a) Lest ein gutes Buch zu diesem Thema, z.B. Ilse Pelz " Mehr über Meerschweinchen"

b) Guckt euch bei einem Züchter um und stellt ihm dumme Fragen

c) Wobei euch auffallen wird, dass es keine dummen Fragen gibt und dass EIN Meerschwein allein nix ist

d) Steckt eure Nase tiiiief in das Fell der Schweinchen und stellt fest, ob ihr womöglich allergisch seid (gilt auch für Heu!)

e) Natürlich sind Meerschweine vom seriösen Züchter meistens etwas teurer als beim Vermehrer

f) Bereitet VORHER den Käfig/ Stall vor

g) Wenn die Meerschweine nun bei euch einziehen dürfen: Lasst sie sich in Ruhe einleben!

 

Wie ein Schwein optimal reist...

...möchte ich hier mal beschreiben. Am besten für alle Beteiligten ist es natürlich, wenn der Käufer sich das Meerschwein vor Ort beim Züchter anschauen kann. Zum einen weiß man dann, woran man bei diesem Züchter ist, zum anderen erkennt man auch, ob einem das Tier überhaupt gefällt. Fotos sagen nicht sehr viel aus, und über den Charakter eines Tieres und gegenseitige Sympathie schon gar nix.

Wenn es nun gar nicht anders geht und das Tier "geliefert" werden muss, suche ich am liebsten eine Mitfahrgelegenheit, bzw. der Käufer sucht. Ich habe bisher immer nette Leute gefunden, die nach kurzem Staunen gern dazu bereit waren, einen Karton (oder auch mal zwei) mitzunehmen. Nun habe ich das zweifelhafte Glück, fast an der Autobahn zu wohnen, und kann den Treffpunkt innerhalb weniger Minuten erreichen. Sprich, ich bin da recht flexibel. Für die Fahrer ist der Treffpunkt auch leicht zu finden, schön.

Tiere, die ich auf die Reise schicke, sitzen in einem ausreichend großen, stabilen Karton mit vielen Luftlöchern, den ich oben gut zugeklebt habe, damit es während der Fahrt nicht zu merkwürdigen Zwischenfällen ("Sie haben da ein Plüschtier auf der Ablage, das verdächtig zappelt") kommt. Dauert die Reise länger, dürfen die Fahrer natürlich mal luschern.  Ein Fahrer hat, als er stundenlang im Stau stand, Löwenzahn und Gras serviert, fand ich total nett, hoffentlich ist er nicht mitten auf der Autobahn ausgestiegen...

Ach ja, der Karton. Der ist dick mit Papier ausgelegt, dann folgen Späne und Heu. Natürlich gibt es auch Saftfutter, am liebsten Gurke und Paprika, Möhre, Salat, Apfel...und das Tier habe ich vor der Abfahrt durchgecheckt. Wenn ein Schwein beim neuen Halter spontan die Milben bekommt, würde ich das auf den Reisestress zurückführen, denn Stress ist so ein Umzug allemal. Und dann die Neuen im Stall, die fremde Umgebung, und wer ist dieser Zweibeiner, der so ganz anders ist als alle, die Schwein zuvor kannte...

Die Papiere zum Tier kleben an der Unterseite des Kartons, kleben sie nicht, liest sie nicht unbedingt gerade der Fahrer, manchmal schicke ich Papiere auch nach, das wird aber mit dem Käufer abgesprochen. Ich würde mich ja auch ärgern, wenn ich Zuchttiere kaufe, deren Stammbäume nicht zu mir gelangen. Ausnahme bilden Rentnerdamen, die reisen auch mal ohne Stammbaum.

Ach ja, am liebsten reisen Meerschweine zu zweit, und nur, wenn der Weg nicht unendlich weit ist, schicke ich ein Schwein allein los. Grundsätzlich allerdings nicht per Overnight-Express.

Ist das Tier in der neuen Heimat, erwarte ich eine Rückmail vom Käufer, sonst mache ich mir Sorgen und kann nicht schlafen!

So in etwa ist das mit den Schweinereisen hier im Hürsland, und ich hoffe doch sehr, auch anderswo wird immer Sorge dafür getragen, dass es den Tieren, die man verschickt, gut geht.

Antoine de Saint-Exupéry schrieb: " Tu deviens responsable pour toujours de ce que tu as apprivoisé." - "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."

Nehmt es euch zu Herzen, sorgt euch und kümmert euch. So das war mein Wort zum Sonntag...

Warum wir keinen Blumentopf gewinnen

Ich gehe gern mit meinen Meerschweinchen auf Ausstellungen. Hin und wieder gewinnt sogar mal eines meiner Tiere einen Preis. Deshalb stelle ich aber gar nicht aus. Naja, ich freue mich natürlich über gute Bewertungen und einen Pott.

Aber in Wirklichkeit geht es mir darum, zu erfahren, wie gut meine Tiere für den Zuchteinsatz sind. Ist das Rot gut genug oder habe ich mich an den zu hellen Farbton gewöhnt (stallblind, blinzel?), oder hat dieses Agoutischweinchen nun Brille oder nicht, und falls doch, wie schlimm ist es wirklich?

Fragen dieser Art erhoffe ich beantwortet zu bekommen.

Ich müsste eigentlich neben das Tier immer ein paar Bilder legen und ein paar Kommentare dazu abgeben: Da, Herr/Frau Richter/in, so lebt dieses Tier, im Gruppenverband in der Bodenbox oder aber mit ein, zwei Artgenossen in einer Box. Dieses Schwein dort auf dem Bild fraß leider letzte Woche den Pony des Ausstellungstieres. Die Backenbärte folgten gestern. Ich hätte ein Foto machen müssen, nun ist es zu spät.

Dummerweise war es nicht möglich, diesem Schwein einen anderen Kumpel zu geben, es liebt genau das Schweinchen, das ihm hemmungslos und ohne Gnade die Haare abgenascht hat. Ich konnte es auch nicht einzeln setzen, weil ich bei dem einen Mal, als ich dies versucht habe, nachts schlecht geschlafen habe und es am nächsten Morgen wieder  zu seinem Partner gesetzt habe. Blöd von mir, diese Skrupel.

Dort ist der Auslauf, in dem es sich ständig dreckig macht, das kleine Schwein. Ich habe es gewaschen. Die Möhrenflecken gingen leider nicht raus. Auf die rote Beete haben wir wochenlang verzichtet.

Da ich es nicht in eine kleine enge Box gesetzt habe, ist dieses Tier, ich bitte um Verzeihung, nicht sonderlich pummelig. Es läuft durch den Garten und trainiert seine Beinchen, obwohl ich doch hoffe, dass es durch das fette Gras, das es ständig frisst, wenn es mal gerade nicht rennt, ein bisschen zunimmt.

Ach ja, es hat beim Krallenschneiden brav stillgehalten, ließ sie die Ohren und den Popo putzen und hat sogar das Baden über sich ergehen lassen, ohne sonderlich beleidigt zu wirken. Nein, Haarlinge oder ähnliche Untermieter sind nicht vorhanden. Ich bitte die angebissenen Ohren zu entschuldigen, es gab die eine oder andere Rauferei.

 Ja, so ist es hier, und ich werde die Lebensqualität meiner Tiere nicht einschränken. Vielleicht züchte ich die „falschen“ Rassen. Vielleicht auch nicht. Vielleicht setzt sich irgendwann in ferner Zukunft irgendeine Kommission zusammen und denkt darüber nach, auf welche andere Art man Langhaarmeerschweine bewerten könnte. Na, wohl eher nicht, ich mache mir da kaum Illusionen. Einstweilen leben die PuderRosaSchweine eben so weiter, wie es ihnen (und mir) gefällt.

Übrigens:

In der Rinderzucht kennt man die Handhabung, dass zu den Züchtern, die null Bock auf künstliche Kuhschwänze, Haarspray und "Extraweiß für Schwarzbunte" haben, eine Körkomission auf den Hof fährt und die Zuchttiere dort beurteilt. Sie erhalten dann, so erfuhr ich aus meiner verlässlichen Quelle, zwar keine so hohen Bewertungen wie die verschönten Showexemplare, aber werden relativ fair beurteilt.

Tja, eine Kuh ist kein Kaninchen ist kein Meerschwein. Oder, eine Rose ist eine Rose ist eine Rose, aber das ist eine andere Geschichte...

 

Oktober 2006

Gestern war es unheimlich warm, ein letzter schöner Tag, das sagten sich vermutlich auch die Marienkäfer. Überall schwirrten sie herum, sammelten sich dann an unserer Hauswand und krabbelten durch das Fenster ins Haus. Nun kleben sie, wie schon im letzten Jahr, in den Ecken des Fensterrahmens. Gute Nacht! Schöne Winterferien!

 

Ich, Spinne!

Wieso habe ich mir nur diesen Platz ausgesucht? Hier kommt alle Jubeljahre mal eine Mücke vorbeigeflogen, von Fliegen gar nicht zu reden! Hm. Doofer Raum. Aber ich bin echt zu faul, um meine Netz hier abzubrechen und mich woanders niederzulassen. Nur Kacheln an den Wänden hier. Und nass, aus diesen blöden Dingern an der Wand zischt morgens Wasser, und abends auch, und zwischendurch. Die großen Zweibeiner putzen sich ja ständig, unglaublich! Da reicht doch auch ein bißchen Spucke! Hin und wieder beugt sich das plüschhaarige Zweibein zu mir rüber, beguckt mein Netz und brabbelt was zu mir hin. Dann und wann eilt es dann aus dem Raum, kommt nach einem Moment wieder und schwupp, im nächsten Moment klebt ein Insekt in meinem Netz. Meistens eine tote Mücke. Lecker! Wickel ein, saug aus, verspeis! Ich habe noch nicht ganz kapiert, was Zweibein damit zu tun hat, ob sie die Insekten vielleicht hypnotisiert? So dass sie dann in mein Netz fliegen? Sehr seltsam! 

 

Oktober 2006

Nachdem wir unsere Hauskröte Fröschi tot auf dem Rasen fanden, waren wir ja eine Weile echt deprimiert. Allerdings hüpfen hier einige Minifrösche oder Kröten hartnäckig durch die ungepflegten Beete, wir hoffen also auf bleibenden Nachwuchs. Vorgestern hatte ich einen Gartenkampfanfall und beackerte die Gemüsebeete, wobei mir eine Riiiesenkröte quasi in die Hand sprang. Ich schrie "Hasi, guck mal, Hasiiiii!!!" und rannte, mit der Kröte jonglierend, zur Haustür. Mann und Kinder kamen herangeschossen, um das Tier zu bewundern, das ich nur mit Mühe bändigen konnte. Unglaublich, wieviel Kraft so eine Kröte haben kann. Schließlich setzten wir Fröschi zweiähdrei wieder in die Erdbeeren. Also, auf in ein neues Krötenjahr!

 

 

 

März 2005 -gilt auch 2006, 2007 und bis zu dem Tag, an dem das Elend ein Ende hat! 

Nun geht es also wieder los, das Abschlachten der jungen Kegelrobben auf dem Eis. Ich habe die Greenpeace-News erhalten, die Mitgliederzeitung, und darin wurde diese traurige Nachricht gebracht. Da ich mich nicht auf das Eis stellen kann (obwohl DAS vielleicht eine Maßnahme wäre: Neben jedem Kegelrobbenbaby steht ein Mensch und beschützt es mitsamt seinem begehrtem Pelz), unterstütze ich zumindest durch meinen kleinen Mitgliedsbeitrag Greenpeace. Und bekomme immer einen bösen Gesichtsausdruck, wenn mir Frauen in Pelzmänteln in der Stadt begegnen. Dabei kann mir auch die eine oder andere gehässige Bemerkung herausrutschen.

 

 

Spinneninvasion

Huch, letzte Woche schlüpften bei uns zehntausend Babyspinnen in einem Blumenpott. Da ich ja eh nie so super putze, und in Blumenpötten schon gleich gar nicht, konnten die da prima gedeihen. Bloß, dann saßen die lieben Kleinen an der Zimmerwand und man sah ihnen richtig an, wie sie überlegten, wohin sie ziehen sollten. Erst mal alle nach oben. Dann alle unter die Deckenlampe. Dann wieder Wand abwärts. Wieder in den Blumenpott. Momentan knäulen sie wieder an der Decke herum. Rauswerfen kann ich sie schlecht, es schneit und ist bitterkalt. Hm. Was fressen Babyspinnen denn so?

Käfersalat

Hm, bis zum letzten Fensterputzen wohnte eine fette Kreuzspinne in der rechten oberen Fensterecke unseres Schlafzimmerfensters. Das Putzmittel fand sie eklig und verzog sich nach heftigen Protesten (zankt euch mal mit einer Spinne, die den Platz nicht räumen will, uh!) in den Winkel über dem Kleiderschrank.

Nach einigen Wochen siedelten sich neue Fenstereckenbewohner an, die mich echt ins Staunen brachten: Eine Großfamilie Marienkäfer knautschte sich in den Rahmen, stapelte sich übereinander und hängt da jetzt schon geraume Zeit herum. Hin und wieder bewegt sich mal einer, aber im Prinzip machen die rein gar nix. Zum Glück putze ich äußerst selten die Fenster und habe nun einen guten Grund, diese wunderbare Arbeit bis zum Frühling zu verschieben...

Unsere Kröte

In unserem Garten wohnt "Fröschi". Eigentlich ist er ja eine Kröte, aber Fröschi klingt netter. Er hüpft am liebsten genau da herum, wo ich aus Versehen mal Unkraut zupfe, was ja nun schon selten genug der Fall ist...ich liebe dieses Froschgetier, irgendwann möchte ich einen Teich haben, oder besser, zwei Teiche, denn Fische mag ich auch sehr gern. Bei uns hüpfen immer mal die Babyfrösche aus Nachbars Tümpel vorbei, da bin ich ganz neidisch...

Inzwischen gibt es Fröschizwei, genannt Lakota ( hat mein Zwerg so getauft), den ein Bekannter aus einem öden Hof gerettet hat. Ich bekam einen Eimer mit Froschinhalt in die Hand gedrückt und taperte damit in mein Erdbeerbeet. Mal gucken, ob dat Viech sich hier wohl fühlt...

 

Einheimische Spinnen:

In diesem Haushalt dürfen sie wohnen. Das hat zur Folge, dass in den Deckenecken häufiger Spinnweben hängen, auweia, Besucher, die sich darüber beschweren, bekommen einen Besen in die Hand gedrückt und dürfen gerne beim Saubermachen helfen.

Spinnen sind nützlich. Ich finde es nicht okay, wenn man sie auf welche Art auch immer abmurkst. Was anderes ist es, wenn Pucki ein besonders fettes Exemplar gefangen und gefressen hat und das eine oder andere schwarze Spinnenbein noch aus seiner Katzenschnute raushängt (ih). Aber der Kater FRISST die Viecher eben gern, und da unsereins eine solche Entschuldigung fürs Spinnenmorden selten vorbringen kann, sollten wir sie leben lassen. Man kann sie in ein Handtuch krabbeln lassen, wenn man sie nicht anfassen mag, und aus der Wohnung bringen. Oder ein Glas nehmen. Oder eine Person des Vertrauens anrufen, sie möge das Ungeheuer doch schnellstmöglichst entfernen.

Aber lasst sie doch weiterkrabbeln.

 

 

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie der Tanz von Kraft um seine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf-.Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille-

und hört im Herzen auf zu sein.

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Gegen unkontrollierte und verantwortungslose Vermehrungs"zuchten", für Rassetierzucht

 

 


Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.
Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns.
Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell,
aber sie war oft krank und sehr dünn.
Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern.
Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich meiner Mutter wegnahmen,
hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen
und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht.
Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten
und dass das Geschrei meiner Schwester und mir, ihnen auf die Nerven ginge.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.
Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche,
wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt.
Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen.
Wir hören auch das Wimmern von anderen Welpen.
Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten.
Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh.
Oft hören wir sagen "oh, sind die süß, ich will eines",
aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben.
ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt,
wie das Leben aus dem dünnen Körper gewichen ist.
Ich soll verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtet mein leises Weinen, als meine kleine Schwester weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft!
Jetzt wird alles gut. Es sind sehr nette Leute,
die sich tatsächlich für mich entschieden haben.
Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei
und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen.
Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.

Ich heiße jetzt Lea.

Ich darf meine neue Familie auch abschlabbern, das ist wunderbar.
Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht,
passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe.
Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und es gibt
nichts Schöneres als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt.
Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen.
Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft
und sagte es wäre o.k., dann entspannte ich mich.
Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen,
sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln
und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Zuchten
und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien.
Ich habe nichts von alledem begriffen,
aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt.
Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark,
aber mir tut jede Bewegung weh. Die Schmerzen gehen nie weg.
Außerdem kriege ich gleich Atemnot,
wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will.
Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich.
Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es
"genetisch" und "man kann nichts machen".
Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen,
möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je.
Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken
nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? 
War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? 
Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten!
Ich kann nicht einmal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken,
aber wenigstens erreiche ich ihre Hand.

Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst.
Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben.
Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken.
Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich
und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft,
ein kleiner Stich ...... Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück.
Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum:
Ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese.
Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.
So sage ich meiner Menschenfamilie "Auf Wiedersehen" auf die einzig mir mögliche Weise:
Mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit euch verbringen, es sollte nicht sein.
Statt dessen habe ich euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

Lea

©1999 J. Ellis - bewilligte Übersetzung von E. Witter

Diese Geschichte habe ich auf der HP www.langhaarmeerschweinchen.at gefunden mit der Bitte, sie weiterzuveröffentlichen.

Was ich hiermit mache.

 


 

Eierei

Man kann übrigens schon ganz einfache Sachen zum Thema Tierschutz umsetzen, indem man Hühnereier aus Freilandhaltung kauft. Meine Eltern hatten bis vor Kurzem selbst Hühner, ich bin mit dem scharrenden Viehzeug sozusagen aufgewachsen. Hühner können, wenn man sie nur lässt, sehr zahm und liebenswert sein. Unsere durften im Garten frei herumlaufen. Wenn wir im Sommer dann draußen Kaffeeklatsch machten, hüpften die Damen ständig neben uns in die Höhe und klauten uns den Kuchen aus den Fingern. Am liebsten, da waren sie sich einig, mochten sie Streuselkuchen.

...inzwischen haben wir eigene Hühner, die glücklich den Garten auseinander nehmen, und wir erfreuen uns jeden Tag an diesen pfiffigen, verfressenen Eierproduzentinnen...

 

Was ist mit Igeln?

Ich habe mich eine Zeitlang gewundert, weil in unserem Garten häufig Igel herumwuselten, die kleine Farbtupfen auf einigen Stacheln hatten. Mal blau, mal rot, das fand ich denn doch komisch. Bis ich herausfand, dass in der Nachbarschaft eine Igelaufpäppelstation ist, wo die Tiere zum Wiedererkennen bemalt werden. Leider war im letzten Herbst nicht viel Igelei hier, hatte aber auch den Vorteil, dass Pucki schön flohfrei blieb...

Dabei hatte ich so eine schöne Kiste mit Laub und Heu vorbereitet (das Stroh im Vorjahr kam vielleicht besser an?) und den Garten ordentlich verlottern lassen, Schwiegermama schlug schon die Hände überm Kopp zusammen...naja, mal den nächsten Herbst abwarten.

 

 

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