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Du bist NDR 2

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Ma
Du bist NDR 2
07.05.2016 16:59

 

Also, diese Geschichte beginnt eigentlich im letzten Jahr: Im April 2015 hörte ich im Radio den Aufruf, man könnte sich beim NDR 2 bewerben und für einen Tag als Moderator, Musikchef, Reporter und Programmchef mitmachen. Unbedingt wollte ich da hin. Dringend! Und moderieren, klar! Bis ich allerdings eine Sprechprobe zurechtgeschnitzt hatte, war die Anmeldefrist abgelaufen. Es lag gar nicht an mir, die Quasselei probte ich nur einmal, obwohl, irgendwie lag es dann doch an mir, weil ich mit der Technik nicht zurechtkam und mein Teeniekind um Hilfe bitten musste, um die Probe für die Nachwelt auf dem PC festzutackern. Naja, war dann Schicksal, fand ich, denn am Abend vor dem „Du bist NDR 2“-Tag spielte meine Lieblings-80er-Band Spandau Ballet in Hamburg und ich zerrte Hutz dort mit hin. Am nächsten Morgen wäre ich sicher nicht in der Lage gewesen, im Radio zu sprechen.

Aber! Dieses Jahr! Und dann so kurzfristig! Ich zog die Sprechprobe aus dem Schrank äh PC und schrieb meinen Bewerbungstext am Dienstag. Am Mittwoch kam ein Anruf ins Haus, vor Schreck ließ ich erst mal den Hörer fast fallen. Ich sei in der engeren Wahl. Falls es weiter ginge, würde ich am Donnerstag einen weiteren Anruf erhalten. Mittwochnachmittag saß ich also bei den Nachbarn zum Kaffee und murmelte dunkel vor mich hin. Ah, na denn, meinten die halbwegs interessiert. Am Donnerstagmorgen trank ich sicherheitshalber starken Kaffee. Und tatsächlich, Ilka Petersen und Holger Ponik riefen an und ich brachte sogar ein paar zusammenhängende Sätze heraus. „Ja dann mal herzlichen Glückwunsch, du bist dabei!“ Oh! Huch! Freu!

In einer E-mail wurde ich darüber aufgeklärt, wann ich wo am Samstag auftauchen möge. Der Herr B. musste als Chauffeur mit, ich lockte mit „Gibt auch was zu essen!“

Am Samstagmorgen waren wir dann viel zu früh in Hamburg. Müde taumelten wir an der Binnenalster entlang, während ambitionierte, verbissene, ehrgeizige und supersportliche Jogger an uns vorbeihasteten. Allein von dem Anblick waren wir völlig erschöpft. Wir sahen zu, dass wir zum NDR-Gelände kamen. Ein freundliches Zusammentreiben und Begrüßen, dann trabten alle Auserwählten zum Radiohaus. Gerade, als ich mich akklimatisieren wollte, wurde ich mit den Worten „Ja hallo, nun aber los, du hast ganz viel zu tun!“  aus der Menge gezogen und musste am PC einen Wetterbericht ändern. Und meinen Opener schreiben. Wa? Meinen was? Wie jetzt. Ich kann doch vor 10 Uhr morgens gar nicht denken. Reden schon. In Maßen. Aber denken…naja, es ging so leidlich. Schnell noch ins Studio und mal proben. Desaster, ich verpasste grundsätzlich meinen Einsatz. „Prima, das wird schon, und rein mit dir und viel Spaß!“, meinte Maren ungerührt und schob mich zu Jens Vogt ins Studio. Es wurde ernst. Ja klar ging nicht alles reibungslos, aber im Laufe der Stunde klappte es immer besser. Ich hatte Jens gebeten, immer rechtzeitig mit den Armen zu wedeln und Zeichen zu geben, damit ich den Einsatz nicht verpasste. Das funktionierte. Wenn Jens allerdings mal vom Stuhl sprang, weil er sich womöglich einfach nur mal bewegen wollte, sprang ich ebenfalls entsetzt in die Höhe wie ein Huhn in Alarm. Zwischendurch wurde ich an Ilka ins andere Studio weiter gereicht und interviewte sie mal eben. Ach ja, ich musste ja zurück, huch, weiter moderieren. Mein Gott, ist das stressig beim Radio. Auf die Sekunde genau muss dat laufen, und hopp! Um 10 Uhr kam meine Ablösung und ich holte mir endlich einen Kaffee und ein Brötchen. Das futterte ich, während wir im Konferenzraum eine Veranstaltung zum Thema „So entsteht die ARD-Bundesligakonferenz“ hatten. Das klang aber anstrengend. Danach hatten wir eine Redaktionskonferenz, bei der wir Aushilfsradiomenschen uns echt gut hielten, und dann ging es in die Produktionsstudios zu Andreas Altenburg. Er erklärte uns, wie die Comedy „Wir sind die Freeses“ produziert wird. Dann trabten alle fürs Gruppenfoto hinaus ins norddeutsche Regenwetter. Das machte freundlicherweise eine Pause und wir waren natürlich die fotogenste Menge überhaupt. Mittag! Ja! Lecker Mittagessen, chillen und mit den anderen Teilnehmern klönen, im Liegestuhl abhängen mit der Option, da nie wieder heraus aufstehen zu können. Und dann irgendwann ging die Fahrt ab nach Hause, mit vielen tollen Eindrücken und Erfahrungen. Also, für einen Tag waren wir der NDR2!

Vielen Dank an das tapfere, freundliche Team vom NDR2, das sich auf uns eingelassen hat.

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