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Urlaub?

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Ap
Urlaub?
01.04.2016 00:19

Urlaub?

Der Tag fing schon mal fürchterlich an. Tatsächlich wachte ich einfach mittags auf, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, mal gar nichts zu tun und liegen zu bleiben. Na gut, wenn ich nun schon total munter durch den Urlaubstag krauchte, konnte ich ja auch einkaufen gehen. Das Teenie-Gemüse wollte unbedingt mitkommen. Schwerer Fehler: Der Einkaufswagen füllte sich bedenklich schnell mit bedenklich überflüssigen Dingen. Als wir Richtung Kasse schoben, passierte das, was eigentlich immer an Supermarktkassen passiert. Richtig, die Kasse, die man wählt, ist die langsamste. In unserem Fall war es sogar die, an der gar nix passierte. Eine nette Kassiererin hatte uns fröhlich zu Kasse vier weiter dirigiert, dort würde sogleich eine Kassenkraft auftauchen. Das Paar vor uns packte seine sämtlichen Einkäufe auf das Band, Teenie und ich packten auch alles, alles auf das Laufband und die optimistischen Menschen, die in der Schlange hinter uns standen, machten es uns nach. Ha! Nix passierte. Die Schlange wurde lang und länger und damit überhaupt etwas geschah, platzte der Beutel mit Kartoffeln, die ich gerade gelangweilt auf dem Laufband hin und her drapierte, auf. Es regnete vorübergehend also Kartoffeln in alle Richtungen. Das löste zumindest ein wenig Bewegung aus, weil sich nun die halbe Schlange nach den herumkullernden Dingern bückte. Hilfsbereit waren sie ja, meine Leidensgenossen. Hin und wieder fragte jemand in den Raum hinein, ob nicht vielleicht doch irgendwann eine Kassiererin…“kommt gleich!“, antwortete die Kassiererin an der Nachbarkasse freundlich. Natürlich wären wir alle an der Kasse schon längst abgefrühstückt worden. Die armen Menschen hinter mir wollten inzwischen gern mit Kartoffeln werfen. Ich bot den Wirsingkohl an. In diesem Moment tauchte dann doch noch unser Kassierer auf. Hurra, es ging zügig voran! Doch dann konnte der Scanner den Strichcode eines der lebenswichtigen Dinge, die mein Teeniegemüse kaufen wollte, nicht lesen, er weigerte sich auch nach mehrmaliger Aufforderung. Statt eines „Piep“ kam immer nur ein „Möpp“ als Antwort. Ich versuchte, dem Gemüse den Kauf auszureden: „Weinst du, wenn wir das da nicht kaufen?“ Die Menschen in der Schlange hinter uns stimmten ab. „Doch, sie weint bestimmt gleich“ war die einhellige Meinung. Nun gut. Geduld. Alles lief gut, bis, ja bis ich leider mit meiner EC-Karte zahlen wollte. Wacker schob ich sie richtig herum in das Gerät hinein. Allein das ist bei mir schon eine richtig gute Leistung. Ich starrte aufmerksam auf das Display. Starrte angestrengt auf das Display. Starrte dann den Kassierer an. Der starrte meine Karte in dem Gerät an. Zerrte die Karte heraus. Stopfte sie wieder hinein. Mit „Es ist nicht mein Tag“, verkündete ich meinen Mitmenschen etwas, was sie auch so schon mitbekommen hatten. Einige baten um Kartoffeln, so ganz allgemein mal zum Werfen. Zum Glück entschied sich die Technik für meine Karte und ich konnte das Geschäft verlassen. Unnötig zu erwähnen, dass ich die Einkäufe so miserabel in den Kofferraum packte, dass mir zu Hause beim Öffnen der Heckklappe der Einkaufkorb entgegen fiel und die verdxxx Kartoffeln nun auch noch einen Ausflug über unsere Auffahrt machten. Mann, hab ich die Dinger plötzlich gehasst! Es gab dann abends Kartoffelmus. Und zum Glück ist der Urlaub bald vorbei.

Wie fängt denn das Jahr an??
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