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Fe
Neuer Eintrag (16)
04.02.2017 16:41

Die zwei Schrecklichen auf Dänemarktour...

 

   Blaues Auto von links! Achtung, Maike naht! 

                              

Transportboxen gezückt! "Was, so viele!?" ächzt Steffis Mann. Ihm schwant Übles...

An einem schönen Samstagmorgen holte Maike Steffi in Schleswig ab, um mit ihr Dänemark zu plündern. Es galt, die schönsten, aber wirklich allerschönsten Meerschweine des Landes zu ergattern. Nebenbei wollten die zwei Grazien natürlich auch ein paar dänische Züchter mit ihrer Anwesenheit erfreuen und die Ausstellungstiere bewundern...

Jaja, noch lacht die Fahrerin...                                                           

"Steffi, wo muß ich doch gleich abbiegen? Stefffiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii?!!!"

Bewaffnet mit dänischen Kronen, Salat, Naschtüten und Kaffee, machte man sich auf den Weg. Steffi, ihres Zeichens Pfadfinder (wir finden alles! Irgendwann!), schwang die Karte und den Routenplan. Eigentlich konnte gar nichts schiefgehen. Leider teilte sich die Autobahn mitten in Dänemark plötzlich einfach, und an der Frage "Richtung Esbjerg oder Odense" scheiterten alle Autoinsassen. Vielleicht, wenn man nicht so viel gequasselt hätte, und sich statt dessen auf die lästigen Schilder am Straßenrand konzentriert hätte…naja, einige Kilometer später hatten die Damen wieder alles im Griff und den Kurs in die richtige Richtung korrigiert.

"Schon wieder so ein $!'*%&°Kreisel!"                                                           

Geschafft, man nähert sich Fredericia...

Am allerliebsten fährt Maike dänische Kreisel. Die deutschen Kreisel können mit denen einfach nicht mithalten, viel zu wenig Ausfahrmöglichkeiten!  Es gab großen Jubel, als die Ortsgrenze von Fredericia passiert war. Dann betretenes Schweigen. Es gab zwar einen Routenplan mit einem Straßennamen darauf, aber, tja, keinen Stadtplan. Todesmutig entschloss man sich, Kontakt zu den Einheimischen aufzunehmen ("Die Meerschweinzüchter sind doch auch immer lieb zu uns, wieso sollten die anderen Dänen uns nun fressen?").

 

"Wie, du hast die Adresse auch nicht notiert? Oh."                                 

In einem Imbiss stand ein hilfsbereiter Däne parat, um den Damen den Weg zu der Straße auf Maikes Routenplan zu weisen. Um mal gleich klarzustellen, wie nett die Dänen wirklich sind, fuhr der Herr voraus, das blaue Auto hübsch brav hinterher. In der Straße angekommen: Keine Meerschweine weit und breit. Maike ahnte es schon: Sie hatte die falsche Straße in den Routenplaner eingegeben! Entsetzen! Steffi fiel nach kurzem, angestrengtem Nachdenken die Vorwahl von Deutschland wieder ein, und ihr Göttergatte wurde via Handy quer über den Schreibtisch gejagt, um den Zettel mit der richtigen Adresse zu finden. Der freundliche Däne wartete geduldig, diskutierte mit Maike, ob sie nun das richtige Licht angemacht hätte ("It´s the long light, äh?"), vielleicht hätte sie vor der Fahrt die Gebrauchsanweisung zum Auto lesen sollen, aber ach was, alles war wunderbar, besonders, als die korrekte Adresse genannt wurde und der Däne sogar wusste, wohin die Damen zu reisen wünschten. Klar fuhr er wiederum voraus und geleitete, ganz dänischer Held und Wikinger, die dusseligen deutschen Maiden zur Bakkeskolen. Dafür gab es dann auch eine Packung Naschis und zwei glücklich strahlende Gesichter zur Belohnung.

                     "Wer seid ihr denn eigentlich?"

In der Halle angekommen, standen die Damen zunächst leicht erschöpft mitten im Gang. Maikes Blick fiel auf einen Käfig mit deutschem Zuchtnamen. "Guck mal, Deutsche hier!" Eine junge Frau, die ganz harmlos neben Maike stand, horchte auf. "Ah! Du bist Deutsche!" rief Maike begeistert. "Öh, ja, und wer seid ihr? Welche Zucht habt ihr?" sprach die andere. Da fielen den beiden leider spontan weder Name noch Zuchtname ein.  Stotter, dumm guck. Endlich konnte Maike die Aufschrift auf der Weste der jungen Frau lesen und schrie begeistert "Das ist Grit! Eh, Grit, das da ist Steffi!". Worauf beide sie erst mal merkwürdig anblickten, soso. Endlich klingelte es: Grit ist eine Züchterin, mit der Steffi im Mailkontakt stand, und Posemuckel in Maikes Stall ist das entzückendste Meerschwein auf Erden, ein Lausitzschwein!

Grit war gar nicht allein dort, sie hatte ihre Kollegen von der ZG Ost dabei, die dann auch noch kennengelernt wurden...samt Schweinchen, natürlich.  Nun mussten die Damen erst mal eine Pause einlegen und etwas futtern. Man machte es sich mit Kaffee, Salat und Frikadellen auf der Rückbank des blauen Autos bequem. Kaum waren die Türen zugeschlagen, fiel Maike auf, dass die Kindersicherung eingeschaltet war. Upps. Elegant-hartnäckig winkte sie einen dänischen jungen Mann heran, der auch artig die Tür öffnete. Ein weiterer dänischer Held! So mutig, an ein Auto mit zwei kichernden, giggelnden Weibern heranzutreten! Und sogar die Tür zu öffnen! Sagenhaft.

Nach erfolgter Stärkung ging es wieder hinein ins Getümmel. Man muss sich vorstellen, die Dänen klemmen sie ihre Schweine während der Ausstellung unter den Arm, setzen sie auf die Showbretter, kämmen, bürsten, schneiden, trimmen, zupfen, knuddeln, herrlich! Endlich fanden die Damen Jytte in diesem Gewusel, eine liebe dänische Züchterin, aus deren Zucht schon einige Schweinchen die Quadriga und PuderRosa bereichern. Auch an diesem Tag sollte es ein Schweinchen von ihr sein, das mitreisen durfte.

" Wo ist denn da vorne, Jytte?"                                                                                   

"DA!"

Zwischendurch wurden weitere Züchter begrüßt, unter anderem Christina, aus deren Zucht ebenfalls Ableger hier herumhopsen, und Annemette, die das entzückende Meerschwein mit dem ebenso entzückenden Namen Letterbomb von Linda für Maike mitgebracht hatte. Auf dänischen Ausstellungen herrscht eine ganz tolle Atmosphäre, und über Nachwuchs macht man sich dort sicher keine Sorgen, unzählige Kinder waren anwesend, die ihre Tiere kuschelten und vorstellten.

 

"Naaa, magst du meine rote Zopfspange?" "Die finde ich super, du schnuckliges Schweinchen!"

Tja, und am Ende reisten die Norddeutschen so wieder ab, wie sie angekommen waren: erschöpft, aber begeistert! Mehrere Schweinchen im Gepäck, etliche Naschitüten weniger, Kaffeekanne leer, Autotank auch...

Fotos: Stefanie Johns und Maike Bernhardt; Text: Maike Bernhardt

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